Claude Shannon war eines der größten Genies des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Begründer des Informationszeitalters, der die Fundamente für die gesamte digitale Technologie legte. In Shannons Objekten verbanden sich scharfer Verstand und spielerische Fantasie mit handwerklichen Fähigkeiten.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl seiner wichtigsten Erfindungen, die in die Biografie Shannons und die Geschichte der Informationstechnik eingeordnet und deren wissenschaftliche Zusammenhänge und Wirkungen beleuchtet werden.

Die Koordination von Augen und Händen ist das A und O beim Jonglieren – eine Herausforderung für viele Menschen, aber mit Sicherheit für jeden Roboter. 1982 konstruierte Shannon, selbst leidenschaftlicher Jongleur, eine Maschine ohne elektronische Steuerung, die bis zu drei Bälle kreisen lassen konnte. Für seinen Jonglierroboter, dem der amerikanische Komiker W. C. Fields Pate stand, hatte Shannon zuvor die Flugzeiten mit dem eigens für diesen Zweck konstruierten „Jugglometer“ berechnet. Die aus den Daten abgeleitete mathematische Formel setzte die Anzahl der Bälle ins Verhältnis zu den erforderlichen Flug- und Verweildauern. In der Ausstellung demonstriert der „Blind Juggler“ der ETH Zürich seine Fähigkeiten bei einer Wurfhöhe von 2,5 Metern.

Den Umstand, dass der Mensch nicht über einen Sinn für Zufall und Wahrscheinlichkeit verfügt, machte sich Shannon 1953 für seine „Mind Reading Machine“ zunutze. Wann immer wir mehrfach hintereinander rein zufällig „Kopf“ oder „Zahl“ wählen, zeigen sich Muster und Regelmäßigkeiten. Seine Maschine erkannte und prognostizierte diese Regelmäßigkeiten: Nach jeweils 50 Partien „Kopf oder Zahl“ hatte sie gegenüber dem Menschen immer die Nase vorn.
In der Ausstellung können die Besucherinnen und Besucher gegen eine Simulation der Gedanken lesenden Maschine antreten.

Shannons legendäre Labyrinthmaus „Theseus“ aus dem Jahr 1950 war eines der ersten Beispiele für die Anwendung künstlicher Intelligenz. In einem beliebigen Irrgarten fand der lernfähige Roboter – gesteuert durch einen beweglichen Magneten unter dem Boden – stets den Ausgang. Der intelligente Blechnager wurde durch Erfahrung klug: Sackgassen und den kürzesten Weg merkte er sich in einem Speicher aus 50 Telefonrelais nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip. Heute können die Besucherinnen und Besucher beobachten, wie sich die Micromouse AIRAT II, ausgestattet mit einem Mikroprozessor und sechs Sensoren, im Labyrinth orientiert.

In den 1980er-Jahren trat der Zauberwürfel seinen weltweiten Siegeszug an. Auch Shannon war von dem dreidimensionalen Puzzle- und Geduldspiel begeistert und konstruierte eine Maschine, um den Würfel automatisch zu lösen. Geplant war die Ankopplung des „Cube Manipulators“ an einen Computer jener Zeit. Weil Studenten mit einem vergleichbaren Apparat jedoch schneller waren, hat Shannon seine Maschine nicht fertig gestellt. Geschwindigkeitswettbewerbe, Forschungsergebnisse, Designobjekte, neue Puzzleformen und natürlich Zauberwürfel drehende Roboter zeigen in der Ausstellung, dass die Faszination „Zauberwürfel“ bis heute anhält.

Es heißt, sie stand auf seinem Schreibtisch, die schlichte, unscheinbare Holzkiste, nicht größer als ein Karteikasten. Einziges Bedienelement: Ein polierter Hebel, der in der AUS-Position verharrend darauf zu setzen schien, dass neugierige Hände ihn schon fast reflexartig umlegten. Mit einem dumpfen Brummen hob sich dann der Deckel und eine Hand – aus der Tiefe des Kastens hervortauchend – klappte den Schalter zielsicher wieder nach unten. Besucherinnen und Besucher können in der Ausstellung versuchen, einen Nachbau der Ultimativen Maschine aus der Reserve zu locken.

Mit seiner Informationstheorie schuf Shannon 1948 die Grundlage für das sichere und fehlerfreie Übertragen und Speichern von Sprache und Daten. Ein Jahr später veröffentlichte er seine „Communication Theory of Secrecy Systems“, die wissenschaftliche Basis für die Verschlüsselung im digitalen Zeitalter. Als Kryptograf war Shannon bereits Anfang der 1940er-Jahre bei der Entwicklung von Verschlüsselungsgeräten beteiligt, die bei Telefongesprächen zwischen Churchill und Roosevelt oder später Truman zum Einsatz kamen. Teile dieser rund 55 Tonnen schweren Telefonanlage sind in der Ausstellung ebenso zu sehen wie Krypto-Handys unserer Zeit. Diese verdeutlichen den gewaltigen Sprung, den die Verschlüsselungstechnik gemacht hat.



