@bsolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog
20. März bis 30. August 2009

Tagebuch schreiben – das ist verbunden mit vagen Vorstellungen von Intimität und Egotrip, von Geheimnis und Enthüllung. Das Fragezeichen im Ausstellungstitel lädt dazu ein, diese gängigen Klischees zu hinterfragen. Privatheit ist keineswegs eine durchgehende Konstante für das Tagebuch, denn schon seit der frühen Neuzeit – und nicht erst zu Zeiten des Webs 2.0 – hat es Diarien gegeben, die für andere Leser oder gar auf eine Veröffentlichung hin angelegt waren. Umgekehrt sind die Blogs, die mittlerweile allein in Deutschland von weit über einer Millionen Menschen gelesen werden, nicht nur auf Schlagworte wie Exhibitionismus oder Enthüllung zu reduzieren.

In der Ausstellung, die über 300 Tagebücher und Weblogs umfasst, werden papierene und digitale Tageschroniken erstmals gemeinsam gezeigt und diskutiert. Neben Zeitzeugnissen Unbekannter begegnen uns in den originalen Tagebuchdokumenten auch prominente Autorinnen und Autoren wie Thomas Mann, Clara Schumann, Johann Wolfgang von Goethe, Walter Kempowski, James Cook oder Wilhelm von Humboldt.

Ob privat oder öffentlich, ob auf Papier oder als Weblog – wer Tagebuch schreibt, ist nicht mehr allein mit sich und kommuniziert zugleich in einem ganz bestimmten Rhythmus. Diese prägende Kraft der Tagestaktung verleiht dem Tagebuch seine charakteristische Form.

Das Entstehen der Ausstellung wird in dem Ausstellungsblog „Tagwerke“ im Internet dokumentiert, welches schon seit April 2007 die Arbeit an „@bsolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog“ begleitet.

Im Rahmen der Ausstellungen bieten wir ein umfangreiches museumspädagogisches Programm an. Darüber hinaus wird die Ausstellung durch zahlreiche Veranstaltungen ergänzt. Informationen dazu finden Sie unter  „Programm“ oder in unserem Flyer, den Sie als PDF-Dokument herunterladen können.








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