2010 – Nr. 53 „Schon gehört…?“
Neue Wechselausstellung im Museum für Kommunikation Berlin beleuchtet das Phänomen „Gerüchte“

Ob im Treppenhaus, auf dem Pausenhof, beim Friseur oder an der Börse – wo Menschen miteinander kommunizieren, taucht es früher oder später auf: das Gerücht. Das Gerücht ist Hörensagen und Nacherzählen, ein Wechselspiel von Weglassen und Hinzuerfinden. Gerüchte genießen einen zweifelhaften Ruf. Und trotzdem helfen wir alle tatkräftig bei der Verbreitung von Gerüchten mit. Manchmal tun wir dies unbewusst, bisweilen aber auch voller Lust.

In seiner neuen Wechselausstellung „Gerüchte“ macht das Museum für Kommunikation Berlin vom 1. Oktober 2010 bis 27. Februar 2011 die unterschiedlichen Facetten des ebenso flüchtigen wie faszinierenden Phänomens erlebbar. Was machten „Ami-Käfer“ in der ehemaligen DDR? Essen alle Chinesen Hunde? Wer steckt hinter der Mentholzigaretten-Verschwörung? Die Besucherinnen und Besucher begegnen Legenden wie der „Spinne in der Yuccapalme“, dem verschwundenen „Bernsteinzimmer“ oder der „achten“ kanarischen Insel San Borondón. Die Ausstellung, die vom Museum für Kommunikation, Bern (Schweiz) konzipiert wurde, thematisiert Vorurteile ebenso wie Verschwörungstheorien oder Urban Legends. Politik und Wirtschaft als Orte der Entstehung und Verbreitung von Gerüchten stehen neben Boulevard, Klatsch und Tratsch.

Empfangen werden die Gäste von der Gerüchtegöttin Fama. Im Flüsterwald raschelt und raunt es nur so von erhellenden wie überraschenden Geschichten rund um das Gerücht. Die Besucherinnen und Besucher können sich mit den neugierigen Gerüchteagenten austauschen oder am Gerüchtegenerator selber Gerüchte produzieren. Schließlich absolvieren sie einen Schnellkurs zum Rumor Fighter – und sind für den Umgang mit Gerüchten künftig bestens gewappnet.

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