2009 – Nr. 51 Sechs Richtige! Louis Braille und die Blindenschrift
Kabinettausstellung im Museum für Kommunikation Berlin würdigt den vor 200 Jahren geborenen Erfinder der Sechs-Punkte-Schrift

„Sechs Richtige!“, das klingt nach Jackpot! Und in der Tat stellt Louis Brailles Erfindung des auf sechs Punkten basierenden Schriftsystems bis heute einen Hauptgewinn für blinde Menschen dar. In der Ausstellung „Sechs Richtige! Louis Braille und die Blindenschrift“ können die Besucherinnen und Besucher nun die Errungenschaft des vor 200 Jahren geborenen Franzosen im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Die vom Deutschen Blinden-Museum Berlin konzipierte Schau beleuchtet im Internationalen Louis-Braille-Jahr den Siegeszug der nach ihrem Erfinder benannten Brailleschrift – von den Anfängen bis hin zur ihrer Anwendung im Computerzeitalter.

Vom Beginn der Blindenbildung über Brailles Erfindung sowie die technischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts bis hin zu aktuellen Lernmitteln, Büchern und Alltagsobjekten macht sie die Geschichte sowie das Prinzip der Punktschrift erleb- und begreifbar. Zahlreiche Exponate des Deutschen Blinden-Museums Berlin sowie aktuelle Objekte und Hilfsmittel führen vor Augen, wie blinde Menschen heute die Punktschrift im Alltag nutzen.

Anfassen ausdrücklich erlaubt!
Louis Braille (1809-1852), der im Vorschulalter durch einen Unfall in der väterlichen Sattlerwerkstatt erblindet war, entwickelte bereits im Alter von sechzehn Jahren das ebenso einfache wie geniale Punktsystem, das sich bis heute auf der ganzen Welt als die Blindenschrift durchgesetzt hat. Wie genial die Erfindung des Franzosen ist, können die Besucherinnen und Besucher mit ein bisschen Fingerspitzengefühl selbst erfahren, denn Anfassen ist in dieser Ausstellung ausdrücklich erlaubt. Sie zeigt nicht nur, wie Blindenschrift gelesen und geschrieben wird, sondern bietet viele Möglichkeiten zum Mitmachen. An interaktiven Stationen kann man beispielsweise testen, welcher Finger der empfindlichste ist oder wie man Punktschriftzeichen in Papier sticht. Ein Audioguide, gut lesbare Beschriftungen und Texte in Brailleschrift sorgen für eine völlige Barrierefreiheit für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Alle Vitrinen und Mitmachstationen sind zudem mit dem Rollstuhl unterfahrbar und gut einsehbar.

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