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Dienstag, 14. Februar 2017 18.30 Uhr - 19.30 Uhr

Vortrag von Lisa Schreiber, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin

Eintritt frei

Im Bereich der Entwicklung neuer digitaler Technologien zur Erfassung und Darstellung des Gesichtsausdrucks zeigt sich der Trend, die Individualität und Variantenvielfalt der Gesichtsmimik zu erfassen und ihren Emotionsausdruck zu identifizieren. Anhand von riesigen Datenbanken mit fotografischen Gesichtsausdrücken werden Algorithmen trainiert, um jede mögliche Variation fazialer Expressionen im alltäglichen Lebensumfeld zu erkennen.

Die Techniken der Darstellung und Wahrnehmung von Gesichtsausdrücken lassen sich bis auf die Kunst der Neuzeit, aber auch auf die Praktiken der empirischen Psychologie Mitte des 20. Jahrhunderts zurückführen. Dabei sollte die universelle Darstellung des Gesichtsausdrucks oder die Suche nach einem idealtypischen Muster auch der Frage nach der Darstellung und Wahrnehmung der Variantenvielfalt der Mimik dienlich sein. In diesem Vortrag sollen sowohl die historische Suche nach universellen Mustern fazialer Gefühlsausdrücke zur Sprache kommen, als auch die aktuellen Versuche der digitalen Affektforschung, sich von universellen Konstanten zu lösen.

Anhand von Beispielen aus der Marktforschung oder der empirischen Wissenschaft sollen die Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Erfassung von individuellen Gesichtsausdrücken aufgezeigt werden.