
© Bundesarchiv, Bild 101I-680-8285A-06 / Faupel / CC BY-SA 3.0
„Never again and again and again“ – Gefährdet KI die Erinnerung an den Holocaust?
Podiumsveranstaltung am Dienstag, 22. September 2026, 18 Uhr
Von KI generierte Beiträge zum Holocaust, insbesondere Fotos, überschwemmen derzeit die sozialen Medien. Es wird immer schwieriger, zwischen authentischen Bildern und gefälschten Inhalten zu unterscheiden. Dies stellt eine unmittelbare Gefahr für die Erinnerungskultur an das NS-Unrecht dar und trägt zur Leugnung des Holocaust sowie zu historischer Indifferenz bei.
Termin: Dienstag, 22. September 2026, 18 – 20 Uhr (Einlass 17.30 Uhr)
Teilnahme: kostenfrei
Anmeldung: https://eveeno.com/neveragain
Diese Bilderflut untergräbt das Vertrauen in historisch-politische Bildung, Medien, Museen und trägt somit auch zur Erosion unserer Demokratie bei. Anfang des Jahres haben daher Einrichtungen der historisch-politischen Bildung einen offenen Brief verfasst, der ein konsequentes Vorgehen gegen KI-generierte Holocaustfälschungen fordert. Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gehört zu den Mitunterzeichner:innen.
Selbst für Holocaust-Experten ist der Inhalt nicht immer eindeutig als KI-generiert oder gefälscht zu erkennen. Um die Glaubwürdigkeit visueller Quellen beurteilen zu können, sind fundierte historische und archivarische Kenntnisse erforderlich. Zudem muss die Medienkompetenz der allgemeinen Öffentlichkeit gestärkt werden. Vertrauenswürdige Institutionen wie Gedenkstätten, Museen oder Bildungseinrichtungen können dabei eine wichtige Rolle spielen, um Fakten von Fakes zu unterscheiden, zu kontextualisieren und authentische Quellen und Bilder als solche kenntlich zu machen.
Gleichzeitig findet Holocaust-Leugnung und -Fälschung nicht nur im digitalen Raum statt, sondern findet ihre Entsprechung in einer gesellschaftlichen Diskursverschiebung, die gekennzeichnet ist von Polarisierung, Rechtspopulismus und Schlussstrichdebatten.
In einem öffentlichen Gespräch möchten wir daher eine Bestandsaufnahme versuchen und folgende Fragen diskutieren:
a) Welche Entwicklungen beobachten wir aktuell im digitalen Bereich im Hinblick auf Holocaust-Darstellung und vor allem in Bezug auf KI?
b) Welche Mechanismen von Social-Media Plattformen/ Algorithmen verstärken solche Inhalte?
c) Welche Strategien in der historisch-politischen Bildung/Kommunikation/musealen Arbeit gibt es, um diesen Phänomenen zu begegnen?
d.) Welche ganz konkreten Tipps und Tools können die Expert:innnen Bildner:innen, Kommunikator:innen und allen, die in den sozialen Netzwerken unterwegs sind, geben, um KI und NICHT-KI zu unterscheiden?
e) Welche Konsequenzen wird die am 2. August 2026 in Kraft getretene Kennzeichnungspflicht von KI Inhalten lt. EU AI Act voraussichtlich haben?
Programm
Begrüßung
durch Anja Schaluschke, Direktorin Museum für Kommunikation Berlin und Kuratorin der Museumsstiftung Post und Telekommunikation
Begrüßung
durch Rüdiger Mahlo, Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)
2 x 30 Minuten Gesprächsrunden auf Panel
Öffnung für Gäste
Empfang
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)

