
Männerräume 2.0. Von der Manosphere, Maskulinismus und der Mitte der Gesellschaft
Vortrag von Angela Frick am Donnerstag, 28. Mai 2026, 18 Uhr
In der aktuellen Debatte um digitale sexualisierte Gewalt ist immer wieder von der Manosphere die Rede. Die so genannte Manosphere (dt.: Mannosphäre) bezeichnet ein loses, überwiegend antifeministisches Netzwerk aus Blogs, Foren und Online-Communities. Der Begriff setzt sich aus „man“ (Mann) und „sphere“ (Bereich) zusammen und tauchte erstmals um 2009 auf.
Termin: Donnerstag, 28. Mai 2026, 18 Uhr
Kosten: Museumseintritt (unter 18 Jahren frei)
Innerhalb der Manosphere finden sich unterschiedliche Gruppierungen, darunter Pick-Up Artists (PUA), Incels, Men Going Their Own Way (MGTOW) sowie Männerrechts- und Väterrechtsbewegungen. Trotz teils widersprüchlicher Positionen eint sie die Förderung bestimmter, oft hegemonialer, toxischer Männlichkeitsbilder, eine ausgeprägte Ablehnung des Feminismus sowie frauenfeindliche Einstellungen – von subtilen bis hin zu extremen Ausprägungen.
Thematisch reichen die Inhalte von Selbstoptimierung und dominanten „Verführungskonzepten“ bis hin zu Verschwörungserzählungen über eine angeblich männerfeindliche Gesellschaft. Überschneidungen bestehen zudem mit rechtsextremen und Alt-Right-nahen Milieus.
Spätestens seit den 2010er-Jahren haben sich mannosphärische Diskurse durch soziale Medien zunehmend verbreitet und sind teilweise in den gesellschaftlichen Mainstream vorgedrungen. Forschungen zeigen zudem, dass Radikalisierungsprozesse innerhalb dieser Netzwerke mit Online-Belästigung und mit realer Gewalt in Verbindung stehen.
Der Vortrag
Angela Fricks Vortrag bietet einen Überblick über Akteure, Ideologien und Entwicklungen der Manosphere. Dabei werden Aspekte wie rechte Geschlechterpolitik und sich wandelnde Männlichkeitskonzepte beleuchtet. Zudem wird der Frage nachgegangen, was die Identitätsangebote der Manosphere für viele Männer so attraktiv macht.
Die Referentin
Angela Frick ist Soziologin und politische Bildnerin. Ihre Themenschwerpunkte sind Antifeminismus und Männlichkeit. Sie veröffentlichte u. a. in der Reihe „Was ist eigentlich Antifeminismus?“ die Publikation „Männerräume 2.0 – Von rote Pillen, der Manosphere und dem Internet als Brutkasten antifeministischer Einstellungen“ (Berlin 2023) und „Taking the Blackpill – Männlichkeit und Wirklichkeit der Incel-Community“ (Mainz 2019).
Das Museum für Kommunikation Berlin zeigt bis zum 6. September die Ausstellung APROPOS SEX. Zwei der sieben Themenbereiche – „Grenzziehung“ und „Mediale Lust“ – ergänzen explizit das Vortragsthema. Alle Begleitveranstaltungen im Rahmen von APROPOS SEX finden Sie in unserem Kalender.