Potz! Blitz! Vom Fluch des Pharao bis zur Hate Speech

16. Februar 2023 bis 25. Juni 2023

Wir alle tun es: Schimpfen und Fluchen. Kraftausdrücke gibt es wohl seit es Sprache gibt und in allen Kulturen der Welt. Die Ausstellung „Potz! Blitz! Vom Fluch des Pharao bis zur Hate Speech“ geht diesem Sprachphänomen auf unterhaltsame Weise nach.

Kurator Rolf-Bernhard Essig schlägt einen Bogen von saftigen Verfluchungen in Keilschrift über internationale Beschimpfungen mit Tiernamen bis zu Internet-Trollen und Hate Speech. Da geht es auch um die Lust am Tabubruch, um Männer- und Frauenschmähungen, um das Phänomen der Fluchabwehr durch das Tragen von Amuletten, um Ausraster in Fußball und Verkehr oder um vergebliche Verbote von Kraftausdrücken. Historische Objekte, Medienstationen sowie Mitmach-Angebote zeigen, dass Fluchen und Schimpfen ständige und lebendige Elemente jeder menschlichen Kommunikation sind. Übrigens: der Titel ist eine Verkürzung von „Gottes Blitz soll dich treffen!“

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Museen für Kommunikation Frankfurt und Nürnberg.

Expotizer

Auf unserem ausstellungsbegleitenden Expotizer erfahren Sie u.a., was das Fluchen mit Schimpfen zu tun hat, warum wir Fluchen und was Kraftausdrücke in unserem Gehirn auslösen.

© Aisha Franz

STREIT. Das Programm

Ein Veranstaltungsprogramm zum aus der Haut fahren

ab Dezember 2022: Programmreihe »Diskurs-Salon«

»Everything becomes a political question«

– Patti Smith

Are you ready to fight? Wann lohnt es sich zu streiten – und wann nicht? Die Reihe »Diskurs-Salon« geht diesen Fragen mit Expert:innen, Performer:innen und Ihnen auf den Grund. Die Salons greifen die vier Streiträume – GELD, LIEBE, MACHT & KUNST – der Ausstellung »STREIT. Eine Annäherung« auf und diskutieren dabei verschiedene Aspekte: Demokratie und Gleichberechtigung, Harmonie und Zoff und die Frage nach dem Kunst-Geschmack – ist DAS Kunst? Was denken Sie? Let’s fight about it!

Die Salons finden im Museumscafé Dallmayr statt.

Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, Online-Tickets zzgl. VVK-Gebühren

Termine


Dienstag, 6.12.2022: Diskurs-Salon #1: »Clapping Won’t Pay My Bills« – Streit über Geld & Arbeit

Dienstag, 14.2.2023: Diskurs-Salon #2: Die Harmoniehölle. Improvisations-Liebe und Swing-Tanz zum Valentinstag Tickets

Dienstag, 7.3.2023: Diskurs-Salon #3: MACHT – Strong Enough!

Dienstag, 28.3.2023: Diskurs-Salon #4: Matters of Taste: Debating Contemporary Art and Aesthetic Experience

Dienstag, 16.5.2023, Samstag, 20.5.2023 und Sonntag, 21.5.2023: WRESTLING. Ein Audio-Walk mit Live-Performance von hannsjana

STREIT in der Demokratie. Demokratie im STREIT: Buchbares Angebot für Schulen, ab 9. Klasse

PROGRAMM Diskurs-Salon #2: Die Harmoniehölle. Improvisations-Liebe und Swing-Tanz zum Valentinstag


18 Uhr Ausstellungsführung LIEBE zur Sonderausstellung »STREIT. Eine Annäherung«

ab 18 Uhr (im Kaffeehaus) Schallplattenunterhaltung mit Grammophon-DJ Stephan Wuthe

19 Uhr Improvisationstheater »Das Liebes-Dilemma«

Ab 20 Uhr Swing-Party mit Performance Les Belles Magnifiques und Charlston-Tanz-Crashkurs (für Solo- u. Paar-Tänzer:innen)

Ab 20:30 Uhr »Wenn aus Ernst Spaß wird« paartherapeutische Beratung mit Augenzwinkern

Tickets

Die Kuratorinnenführung durch die Ausstellung »STREIT. Eine Annäherung« im Museum für Kommunikation Berlin fokussiert zwischenmenschliche Auseinandersetzungen und Lieblings-Streitorte. Anschließend diskutiert das Dialogtheater Gesellschaftsbühne mit dem Publikum Entscheidungswege der Liebe und improvisiert diese Dilemmata schmerzhumorig. Denn es geht um die Frage: Wie entscheide ich mich richtig, wenn sich beide Wege falsch anfühlen? Streit ist also bei uns am Tag der Liebe ausdrücklich erwünscht.​​​​​​​

Der zweite Teil des Abends beginnt mit einer 20er-Jahre-Show-Performance der fantastischen Les Belles Magnifiques. Danach können Sie selbst das Tanzbein schwingen und fröhlich zu Swing-Musik schwofen – ein paar Tanzschritte können Sie sogar im Swing-Crashkurs lernen. Zum Ausklang des Abends darf also getanzt, gestritten, sich angenähert und versöhnt werden. Und falls es zum Äußersten kommt, können Sie, zu einem Gläschen Wein, die paartherapeutischen Angebote der Gesellschaftsbühne in Anspruch nehmen.

In Kollaboration mit dem Dialogtheater Gesellschaftsbühne/ Die Gorillas

Die Gesellschaftsbühne/Die Gorillas

ist ein Improvisationstheater des Lachens und Verstehens und versteht sich als Theater des demokratischen Dialogs. Sie ist eine Kooperation mit Die Gorillas, einem etablierten Theateremsemble, das seit 1997 improvisiert und sich zum Ziel gesetzt hat, damit unterhaltsame und theatrale Erlebnisse zu erschaffen, die das Zusammenleben in unserer Gesellschaft beleben und verbessern.

Foto: © Impronale

Les Belles Magnifiques

sind professionelle Tänzerinnen, die den Geist der Goldenen Zwanziger Jahre durch Glamour, Eleganz und Vielseitigkeit auferstehen lassen. Ob Revue, Lindy Hop oder Charleston – jeder Schritt und jede Pose sitzt.

Foto: © Les Belles Magnifiques

Grammophon-DJ Stephan Wuthe

ist seit annähernd 40 Jahren der Schellackplatte als Sammler treu, ausgebildet als Theaterplastiker, Mode- und Screendesigner und hat seine Leidenschaft für die Musik und das Lebensgefühl des Swing zu seinem Beruf gemacht: als Autor, als Herausgeber und Bearbeiter historischer Swing-Serien auf CD, als Berater aktueller Swing-Orchester und als europaweit tätiger DJ für Swing-Abende.

Foto: © Tamara Pinco

Anmeldung und Tickets

Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, Online-Tickets zzgl. VVK-Gebühren

Kommende Salons:

Dienstag, 14.2.2023: Diskurs-Salon #2: Die Harmoniehölle. Improvisations-Liebe und Swing-Tanz zum Valentinstag Tickets
Mit der Gesellschaftsbühne/ Gorillas

Dienstag, 07.03.2023, ab 18 Uhr: Diskurs-Salon #3 MACHT – Strong Enough!
Mit hannsjana und Theater Thikwa

Dienstag, 28.03.2023, ab 18 Uhr, in english: Diskurs-Salon #4 Matters of Taste: Debating Contemporary Art and Aesthetic Experience
Mit meLê Yamomo

Programm gefördert durch

Medienpartnerin

Kooperation

und

Snacks & Drinks by Kaffeehaus Dallmayr.

Die Vorträge finden im Rahmen der aktuellen Ausstellung »STREIT. Eine Annäherung« statt. In unserem Kalender finden Sie weitere Veranstaltungen.

Ein gezeichnetes Bild in Farbe: in der rechten Ecke sitzt ein Bär, der zu einem Kaninchen hochschaut, das auf seinem Kopf sitzt. Die Kaninchenfüße sind noch auf dem Bild, der Rest des Kaninchens ist auf einer darüber geklebten Briefmarke gezeichnet. Groß neben den beiden steht: Axel Schefflers fantastische Briefbilder. Von Monstern, Mäusen und Menschen.

Von Monstern, Mäusen und Menschen. Axel Schefflers fantastische Briefbilder

25. November 2022 bis 12. März 2023

Wenn Freunde von Axel Scheffler Post von ihm bekommen, kann es sich schon mal um ein kleines, sehr privates Kunstwerk handeln.

Die Ausstellung zeigt eine umfassende Auswahl von Briefumschlägen, die der Zeichner des Grüffelo bemalt und gestaltet hat, ebenso ausgewählte zeichnerische Antworten. Sie dokumentiert so ein Netzwerk von Künstlerfreundschaften (u.a. mit Anke Kuhl, Thomas Müller, Philip Waechter und Julia Donaldson). Vor allem aber zeigt sie die künstlerische Originalität des weltbekannten Illustrators Axel Scheffler und ist eine Liebeserklärung an die analoge Korrespondenz per Brief.

Ausstellungsentwicklung: Museum für Kommunikation Frankfurt und das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig.

STREIT. Eine Annäherung

7. Oktober 2022 bis 27. August 2023

„Ich will nicht streiten.“ Diesen Satz haben wir alle schon einmal gehört oder gesagt. Doch Streit ist Teil der menschlichen Kommunikation. Er begegnet uns täglich: in den Medien, in politischen oder gesellschaftlichen Debatten, in der Familie oder in der Beziehung. Streit ist wichtig: er gibt uns die Chance, uns zu verstehen, auszutauschen und anzunähern.

Die Ausstellung STREIT. Eine Annäherung im Museum für Kommunikation Berlin betrachtet vom 7. Oktober 2022 bis zum 27. August 2023 die Entwicklungen, Herausforderungen und die Relevanz von „Streit“ aus historischer, kommunikativer, politischer und persönlicher Perspektive. Damit nähert sie sich dem Wesen des Streits und fördert eine Kompetenz, die für gelingendes Zusammenleben und eine demokratische Gesellschaft unabdingbar ist.

Rund 150 „streitbare“ Objekte, Fotografien, Medien und künstlerische Positionen eröffnen Streit-Geschichten. Nach einer Einordnung, was Streit ist, wählen die Besucher:innen ihre persönliche Streit-Tier-Chipkarte. Mit dieser können sie sich während des Rundgangs durch die Ausstellung in verschiedenen Streit-Szenarien zum eigenen Streitverhalten positionieren.

In den Themenräumen KUNST, LIEBE, MACHT und GELD werden die Besucher:innen gefragt: Lässt sich über Geschmack streiten und kann man Kunst von Künstler:in trennen? Wo und mit wem streiten wir am liebsten? Wie streitbar ist unsere demokratische Gesellschaft? Wer profitiert vom Streit?

Mitstreiten ist gewollt: „Steile Thesen“ fordern zum Reflektieren und Diskutieren auf, mit Stift und Zettel kann sich der große individuelle Streit von der Seele geschrieben werden. An Hands-On-Stationen wird Kritik geübt – mal als Denksport, mal als Purzelbaum.

Der Epilog der Ausstellung fördert weiterführende Diskussionen, die analog und im digitalen Raum geführt werden können. Neben der Erkenntnis, ob sich das gewählte Streit-Tier mit dem tatsächlichen Streit-Typ deckt, nehmen die Besucher:innen schließlich neue und positive Perspektiven auf das Streiten mit.

STREIT. Eine Annäherung wird durch ein umfangreiches Vermittlungsangebot sowie Rahmenprogramm begleitet – darunter eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe zu den Themenräumen der Ausstellung.

Die ausstellungsbegleitende Veranstaltungsreihe »Diskurs-Salon« greift die vier Streiträume – GELD, LIEBE, MACHT, KUNST – der aktuellen Wechselausstellung »STREIT. Eine Annäherung« auf und diskutiert diese in unterschiedlichen Formaten.

> Hier geht es zum kompletten Programm

Auf unserem ausstellungsbegleitenden Expotizer erfahrt Ihr, wie und worüber wir eigentlich streiten, wer dabei welche Rollen spielt und wie Streit ein gutes Ende nehmen kann.

> ZUM EXPOTIZER

Programm gefördert von:

Medienpartnerin:

Comicstipendium Berlin 2022

14. Mai bis 30. Oktober 2022

Die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa hat für 2022 fünf Stipendien an die Berliner Comic-Künstler:innen Sarnath Banerjee, Julia Beutling, Gregor Dashuber, Everett Glenn und Kai Pfeiffer vergeben. Das Museum für Kommunikation Berlin und der Deutsche Comicverein präsentieren in einer Ausstellung die Projekte, mit denen sich die Gewinner:innen für das Stipendium beworben haben. Die Ausstellung wird am 14. Mai, im Rahmen der ComicInvasionBerlin 2022, um 12 Uhr feierlich mit einem Gespräch mit den Stipendiat:innen eröffnet.

Die Stipendiat:innen 2022

Everett Glenn

„The Nix“ ist eine pseudo-autobiografische Geschichte, die sich lose an Grimms „Nixe vom Mühlenteich“ orientiert. Everett Glenn nimmt Tagebucheinträge, Erinnerungen aus Hypnosetherapiesitzungen, Audio-Memoir-Aufnahmen und Gesprächen aus dem wirklichen Leben und rekontextualisiert sie zu künstlerischen Kompositionen, die die Fragilität der „Wahrheit“ aktiv einbeziehen. 

Sarnath Banarjee (sarnarthbanarjee.net)

Ausgehend von den Aktivitäten einer Integrationsklasse  und dem Leben eines indisch-pakistanischen Paares wird über die Schwierigkeiten der Migration und Integration und dem europäischen Blick und der Erwiderung aus den Entwicklungsländern erzählt. Die Graphic Novel soll in Episoden über den Zeitraum eines Jahres hinweg veröffentlicht werden.

Julia Beutling (juliabeutling.de)

„Being Monsters“ ist ein Jetztzeit-Märchen für Erwachsene, ein Drama und eine Detektivgeschichte. Es ist zugleich eine kritische Dekonstruktion und eine Liebeserklärung an das Märchen von der Schönen und dem Tier. Die Geschichte wird als Langzeit-Webcomic veröffentlicht.

Gregor Dashuber (talking-animals.com)

„King“. Die Comicadaption des Romans von John Berger erzählt die Geschichte eines Hundes namens King. Er führt uns zu einem brachliegenden Gelände auf dem zwischen allem Zivilisationsschrott eine kleine Gemeinde von Obdachlosen lebt. King lebt mit Vico und Vica, einem alten Paar. Ihm erzählen sie ihre Geschichte, da er ihr bester Zuhörer ist..

Kai Pfeiffer (kaipfeiffer.de)

Für einen dokumentarischen Comic-Bericht will Kai Pfeiffer zwei Pariser Begegnungen weiter verfolgen: Mit einem Aktivisten für Obdachlose und einer professionellen Dominatrice und BDSM-Performancekünstlerin. Ein verflochtener Dyptichon paralleler Welten – Menschen als Spielball urbaner Härte und als Citoyens du Plaisir.

Zeichen setzen

Workshop für Menschen ab 13 Jahren

Dauer: 90 Minuten

Kommunikation ist mehr als Sprechen. Wie kommunizieren wir mit Gesten und Zeichen? Welche Formen nonverbaler Kommunikation gab es in der Geschichte?

Als Welcome-Modul / für Willkommensklassen kostenfrei.

Anfragen bitte mindestens 5 Wochen vor dem gewünschten Termin per E-Mail an vermittlung.mfk-berlin@mspt.de oder telefonisch 030 20 29 4420.

Wir bieten den Workshop auf Anfrage in folgenden Sprachen an:

·         Deutsch

·         Englisch

·         Einfache Sprache

Bitte beachten Sie unsere aktuellen Hygieneregeln für Workshops – diese weichen von den Hygieneregeln für den normalen Museumsbesuch ab.

Das Museum als Spielraum

Workshop für Kinder ab 4 Jahren

Dauer: 60 – 75 Minuten

Kommt und spielt mit uns „Kommunikation“: Probiert Rauchzeichen, Signale, Stempelmaschine und Telefone aus. Schickt eine Nachricht durch die Rohrpost und pustet ins Posthorn. Malt oder schreibt einen Brief an die Roboter und lasst ihn als Brieftaube durchs Museum fliegen!

Als Welcome-Modul / für Willkommensklassen kostenfrei.

Anfragen bitte mindestens 5 Wochen vor dem gewünschten Termin per E-Mail an vermittlung.mfk-berlin@mspt.de oder telefonisch 030 20 29 4420.

Wir bieten den Workshop auf Anfrage in folgenden Sprachen an:

·         Deutsch

·         Englisch

·         Ukrainisch

·         Russisch

·         Bulgarisch

·         Italienisch

·         Portugiesisch

Bitte beachten Sie unsere aktuellen Hygieneregeln für Workshops – diese weichen von den Hygieneregeln für den normalen Museumsbesuch ab.

Druckwerkstatt

Workshop für Kinder ab 6 Jahren

Dauer: 60 – 90 Minuten

Drucken ohne Computer – geht das überhaupt? Na klar! Seit dem Altertum haben Menschen in aller Welt tolle Techniken erfunden. Experimentiert mit den verschiedenen Möglichkeiten: Von Tinte und Feder über Druckerpresse und Schreibmaschine.

Und das Gute dabei: Das funktioniert mit allen Sprachen und Schriften.

Als Welcome-Modul / für Willkommensklassen kostenfrei.

Anfragen bitte mindestens 5 Wochen vor dem gewünschten Termin per E-Mail an vermittlung.mfk-berlin@mspt.de oder telefonisch 030 20 29 4420.

Je nach Verfügbarkeit der Guides bieten wir den Workshop in folgenden Sprachen an:

·         Deutsch

·         Englisch

·         Ukrainisch

·         Russisch

·         Bulgarisch

·         Italienisch

·         Portugiesisch

Bitte beachten Sie unsere aktuellen Hygieneregeln für Workshops – diese weichen von den Hygieneregeln für den normalen Museumsbesuch ab.

GLITCHES

Lesungen, Gespräche & Musik zur (pop-)kulturellen Digitalisierung

„We are living in a computer-programmed reality […] and the only clue we have to it is when some variable is changed, and some alteration in reality occurs.“, Philip K. Dick

„Glitches“ sind Störungen im System, Unterbrechungen der virtuellen Welt, die uns an der erlebten Realität zweifeln lassen: Was ist real, was Simulation? Als Teil der postdigitalen Popkultur ist der „Glitch“ zu einem bewusst eingesetzten ästhetischen Stilmittel geworden. Ist es menschengemacht oder IS IT A GLITCH?!

Die dreiteilige Veranstaltungsreihe GLITCHES untersucht in Lesungen, Gesprächen und Musik die besonderen Stör-Phänomene der (pop-)kulturellen Digitalisierung, von Deep-Fake und Hyper-Ironie über KI-Musik bis hin zu Social-Media-Literatur und live programmierten Algorithmen.  

Die Vorträge finden im Rahmen der aktuellen Ausstellung #neuland. Ich, wir & die Digitalisierung statt. In Kooperation mit dem Projekt „Stadt, Land, Kiez. Nachbarschaften in der Berliner Gegenwartsliteratur“ am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL).

Termine

Dienstag, 5.4.22, #1 Hannes Bajohr, Philipp Schönthaler und Morten Paul sowie Manu Louis: Tickets

Dienstag, 26.4.22, #2: Elias Hirschl und Hanna Hamel sowie Adi Gelbart: Tickets

Dienstag, 17.5.22, #3: Elisa Aseva und Patrick Eiden-Offe sowie Alexandra Cárdenas: Tickets

Programm

GLITCHES #1

Dienstag, 5.4.2022, Kaffeehaus

18.00 Uhr Ausstellungsführung “#neuland. Ich, wir & die Digitalisierung”
19.00 Uhr Lesung & Gespräch: Hannes Bajohr, Philipp Schönthaler und Morten Paul
20.30 Uhr Konzert: Manu Louis “Cream Parade”

18.00 – 23.00 Uhr Special Guest: Mo Chan / DJ Kohlrabi

Tickets

19.00 Uhr | Mit, über oder gegen die Maschine schreiben?

Mit Hannes Bajohr und Philipp Schönthaler begegnen sich zwei Autoren, die sich auf jeweils eigene Weise der Angst entgegenstellen, dass die intelligenten Maschinen den Menschen in der Kunst ersetzen könnten. Dabei spielt das Verhältnis der Literaturgeschichte und literarischer Experimente zur programmierten Literatur eine entscheidende Rolle. Mit, über oder gegen die Maschine schreiben? Auch wenn beide Autoren mit denselben medialen und technologischen Bedingungen und Herausforderungen konfrontiert sind, arbeiten sie in der Praxis mit völlig verschiedenen literarischen Verfahren. Mit dem Lektor Morten Paul (Matthes & Seitz) sprechen sie über die Geschichte und Gegenwart programmierbarer Literatur und lesen aus ihren literarischen Texten.

Der Sänger Manu Louis ist im Bildzentrum. Sein Gesicht wird durch seinen rechten Unterarm verdeckt mit dem er grade Konfetti auf den Betrachter wirft. Das Konfetti fliegt als verschwommene Punkte auf die Kamera zu.

20.30 Uhr | Manu Louis, Cream Parade

Mit seiner Show zum Album „Cream Parade“ feiert Manu Louis die soziale und existenzialistische Orientierungslosigkeit seines Alter Ego und der gesamten Menschheit im Zeitalter des Internets. Seine Songs handeln unter anderem von der Liebe zu einem Datenspeicher, dem Abschiedskuss des Internets an die Menschheit und der Wiedergeburt als Bärtierchen. Dabei lädt der eklektisch-groovige Musik-Mix aus roboterartigen Synthesizer-Klängen und dem Beat von Hip-Hop-Marschkapellen zum Tanzen ein.

18.00 – 23.00 Uhr | Special Guest: Mo Chan / DJ Kohlrabi

Mo Chan / DJ Kohlrabi steht für Diversität und Abwechslung im Nachtleben für unerhörtes und unerwartetes aus den Tiefen des Musikunderground kombiniert mit bekanntem. So entsteht eine Dynamik, die Musikliebhaber:innen dazu verleitet die Zeit zu vergessen, nicht nach Hause zu gehen, sondern noch einen Drink zu bestellen und sich dem Tanzboden hinzugeben. (Bianca Ludewig)

GLITCHES #2 

Dienstag, 26.4.22, Kaffeehaus

18.00 Uhr Ausstellungsführung “#neuland. Ich, wir & die Digitalisierung”
19.00 Uhr Lesung & Gespräch: Elias Hirschl und Hanna Hamel
20.30 Uhr Konzert: Adi Gelbart “Poems by Alpha”

18.00 – 23.00 Uhr | Special Guest: Killy /SaekoKilly

Tickets

19.00 Uhr | Wie kommen Glitches in den Roman?

In der postdigitalen Gegenwart bleibt kein Schreiben unberührt von den neuen medialen und technischen Bedingungen. Aber wie kommen Glitches in den Roman? Und wie verwirklicht man seinen Online-Avatar in der Realität? In Elias Hirschls Roman Salonfähig (2021) führt ein unzuverlässiger Erzähler durch eine österreichische Wahlkampf-Welt, in der Virtualität und Realität ständig changieren. Der Autor liest aus seinen Romanen und spricht mit der Literaturwissenschaftlerin Hanna Hamel (ZfL) über politische Selbstinszenierung, digitale Fließbandarbeit und die Bewusstseinszustände des Internets. 

20.30 Uhr | Adi Gelbart, Poems by Alpha

Mit „Poems by Alpha“ präsentiert Adi Gelbart seine musikalischen Lyrik-Kompositionen, die Alpha, eine Computer-KI, verfasst hat. KI-Alpha ist darauf ausgelegt, möglichst schlecht beim Turing-Test abzuschneiden und versucht erst gar nicht, menschliche Lyrik zu imitieren. Alpha ist eine Maschine und entschuldigt sich nicht dafür! Gelbarts Musik dagegen strebt nach emotionaler und harmonischer Tiefe und schließt so die Lücke zwischen der kreativen künstlichen Intelligenz und dem menschlichen Publikum. Zunächst für ein Streicher-Ensemble komponiert, wird Gelbart im Museum für Kommunikation Berlin eine Solo-Show des Programms und frühere Stücke präsentieren.

18.00 – 23.00 Uhr | Special Guest: Killy /SaekoKilly

Killy /SaekoKilly kommt aus Tokyo und ist Berliner DJ, vocalist und Produzentin. Seit 2004 ist sie in der Tokyoer DJ-Szene aktiv und seit 2019 Mitglied des VOODOOHOP-collective aus São Paulo. Mit Beginn der Pandemie fing sie an, Popsongs zu produzieren: Ihre Debüt-EP ‘DANCING PIKAPIKA’ ist aktuell bei ChillMountainRec(JPN) erschienen.

GLITCHES #3 

Dienstag, 17.5.22, Kaffeehaus

18.00 Uhr Ausstellungsführung “#neuland. Ich, wir & die Digitalisierung”
19.00 Uhr Lesung & Gespräch: Elisa Aseva und Patrick Eiden-Offe 
20.30 Uhr Konzert: Alexandra Cárdenas

18.00 – 23.00 Uhr | Special Guest: Mo Chan / DJ Kohlrabi

Tickets

19.00 Uhr | Wann werden Posts zu Poesie?

Plattformen wie Facebook oder Twitter sind nicht nur Orte des sozialen Austauschs, sondern sie haben für Autor:innen auch neue Schreibräume geöffnet. Abseits von klassischen Auswahlmechanismen des Literaturbetriebs über Verlage oder Preise finden Schreibende hier Leser:innen – in manchen Fällen sogar sehr viele. Elisa Aseva liest aus ihren besten Posts, mit denen sie zunächst auf Facebook bekannt geworden ist. Im vergangenen Jahr sind sie unter dem Titel Über Stunden auch in Buchform erschienen. Mit  Literaturwissenschaftler Patrick Eiden-Offe (ZfL) spricht sie über Arbeit, ihre Literatur und das Schreiben in sozialen Medien.

20.30 Uhr | Alexandra Cárdenas

Alexandra Cárdenas gehört zu den Pionierinnen des Live-Codings in der elektroakustischen Musik. Sie spielt eine bedeutende Rolle in der Algorave-Szene, bei der Musik durch Algorithmen erzeugt wird. Das außergewöhnliche Sinneserlebnis macht Code sicht- und hörbar: Es kombiniert die generativ und stochastisch entwickelte Mischung aus Techno und Noise mit den hypnotischen akusmatischen Projektionen der Codes.

18.00 – 23.00 Uhr | Special Guest: Mo Chan / DJ Kohlrabi

Mo Chan / DJ Kohlrabi steht für Diversität und Abwechslung im Nachtleben für unerhörtes und unerwartetes aus den Tiefen des Musikunderground kombiniert mit bekanntem. So entsteht eine Dynamik, die Musikliebhaber:innen dazu verleitet die Zeit zu vergessen, nicht nach Hause zu gehen, sondern noch einen Drink zu bestellen und sich dem Tanzboden hinzugeben. (Bianca Ludewig)

Anmeldung und Tickets

Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 3 Euro; Online-Tickets zzgl. VVK-Gebühren

Dienstag, 5.4. 22, #1 Hannes Bajohr, Philipp Schönthaler und Morten Paul sowie Manu Louis: Tickets

Dienstag, 26.4.22, #2: Elias Hirschl und Hanna Hamel sowie Adi Gelbart: Tickets

Dienstag, 17.5.22, #3: Elisa Aseva und Patrick Eiden-Offe sowie Alexandra Cárdenas: Tickets

Snacks & Drinks by Kaffeehaus Dallmayr.

Die Vorträge finden im Rahmen der aktuellen Ausstellung #neuland. Ich, wir & die Digitalisierung statt. Im Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie weitere Veranstaltungen.

Kuriose Kommunikation. Ungewöhnliche Objekte und Geschichten aus der Sammlung

1. Juli bis 9. Oktober 2022

Ein Telefon in Form eines Duschkopfs, eine Briefmarke, die sich mit einem Plattenspieler abspielen lässt, ein Bierdeckel, der als Postkarte verschickt wurde, eine Jeansjacke, mit der sich das Smartphone steuern lässt – wenn Menschen Nachrichten übermitteln wollen, werden sie kreativ.

Kuriose Objekte, die durch eine ungewöhnliche Nutzung überraschen, eine außergewöhnliche Geschichte oder ein besonderes Design haben, sind Teil der Sammlung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation. Durch alle Jahrhunderte von den Anfängen bis zur digitalen Gegenwart haben Techniker:innen, Erfinder:innen und Laien Dinge und Wege entwickelt, Botschaften zu überbringen.

Die Ausstellung widmet sich diesen besonderen Objekten und geht dabei ebenfalls der Frage nach, wie, warum und für wen Museen sammeln.

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