© Sorina Vazelina, Nina Six, Jenya Polsina und Marisa Kröpf/Foto: Ashley Taylor

Pionierinnen – gezeichnete Biografien europäischer Frauen

Programm

ab 18 Uhr
Gelegenheit, die Ausstellung Lucky Luke – Morris einsamer Westernheld gratis zu besuchen

19 Uhr
Laura Keilbart im Gespräch mit Maria Kröpfl, Sorina Vasilescu, Nina Six und Jenya Polsina

Büchertisch
Modern Graphics

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Vier europäische Autorinnen und Übersetzerinnen

Marisa Kröpfl ist in Wien als Buchhändlerin tätig, vor allem aber übersetzt sie für den österreichischen bahoe Verlag seit längerem Graphic Novels, darunter mehrere Frauenbiografien wie Frida Kahlo von Dominique Osuch oder Freiheit im Blut von Christophe Girard und Kudret Güneş. Marisa Kröpfl ist eine Expertin für das Thema „Pionierinnen in Graphic Novels“. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Sprachen, Kulturen und Perspektiven und verwebt diese miteinander.

Sorina Vasilescu alias Sorina Vazelina ist eine rumänische Grafikdesignerin, Illustratorin und Comiczeichnerin. Während des kommunistischen Regimes wurde sie aus politischen Gründen verhaftet und verbrachte fast zehn Jahre im Gefängnis. Nach dem Ende der Diktatur veröffentlichte sie ihre autobiografischen Erinnerungen, in denen sie ihre Erfahrungen von Repression, Isolation und innerem Widerstand eindrucksvoll dokumentierte. In The Silent Escape erzählt sie die Geschichte der Künstlerin Lena Constante (1909–2005). Die Graphic Novel verbindet historische Erinnerung mit einer künstlerischen Reflexion über Freiheit, Identität und die Widerstandskraft des Menschen.

Nina Six, geboren in Orléans, lebt und arbeitet als Illustratorin und Comic-Autorin in Belgien. Ihre mit feinem Strich und bunten Aquarellfarben gestalteten Geschichten kreisten oft um Kindheitserinnerungen. In ihrem neuesten Werk La Sorcière de Londres erzählt sie vom Leben der britischen Autorin Stella Benson (1892-1933). Diese ist als Autorin von fantastischer Literatur, Feministin, Journalistin und Reisende bekannt, inzwischen aber – im Gegensatz zu ihrer Freundin Virginia Woolf – weitestgehend vergessen. In ihrer Graphic Novel und demnächst auch in einem Roman bringt die Autorin das unglaubliche Leben von Stella Benson wieder ans Tageslicht.

Jenya Polsina ist eine Künstlerin und Comiczeichnerin aus Kiew. Zusammen mit Anna Ivanenko gründete sie 2015 das „Seri/graph Studio“. Mit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine haben sie ihren Schwerpunkt auf die Erstellung von Comics zu kriegsbezogenen Themen verlagert. Ihre Bücher wurden mit zahlreichen Auszeichnungen wie den „White Ravens“ ausgezeichnet. Rund 60.000 Frauen dienen derzeit in den ukrainischen Streitkräften. In sensibel gezeichneten Porträts und dokumentarischen Interviewpassagen begegnen wir in FEMALE MILITARY PERSONNEL drei Frauen, deren Namen aus Sicherheitsgründen geändert wurden: Lena, Anna und Nadiya. Die Protagonistinnen sprechen offen über Widersprüche, über Sexismus innerhalb der Streitkräfte, über das Klischee vom „Krieg als Männersache“““, über queere Identität und Aktivismus neben dem Soldatinnen Dasein, über Eheschließungen mitten in der Einheit und über die zermürbende Sorge um Familie und Kinder im Hinterland.

Eine Veranstaltung von EUNIC Berlin, dem Netzwerk der europäischen Kulturinstitute, in Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Institut, dem Rumänische Kulturinstitut, der Vertretung von Ostbelgien, der Föderation Wallonie-Brüssel und der Wallonie in Berlin sowie dem Österreichischen Kulturforum.

Mit freundlicher Unterstützung des Museums für Kommunikation Berlin



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